Sonntag, 20. April 2014

"Der nackte Wahnsinn" ist nicht mein Fall

Ich gebe es zu: Diese Besprechung ist journalistisch nicht ganz einwandfrei. Ich bin zur Pause von „Der nackte Wahnsinn“ am Schauspielhaus Dortmund gegangen und habe also den zweiten Teil nicht mehr gesehen. Vielleicht ist der aber genau der Kracher, der alles Vorherige in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ich weiß es nicht. Allein mir fehlt der Glaube.

„Der nackte Wahnsinn“ ist ein unfassbar flacher Klamauk, in dem die Schauspieler die ganze Zeit rennen, schreien, dem Nervenzusammenbruch nahe sind und die acht Türen des Bühnenbildes auf und zu knallen. Das ist sicherlich vom Schauspielerischen her erstens körperlich äußerst anstrengend und auch anspruchsvoll, weil das Timing exakt stimmen muss – ich als Zuschauer habe es allerdings als nur nervig empfunden.

Es geht darum zu zeigen, dass ein Theaterstück oft hinter den Kulissen noch viel aufregender ist als auf der Bühne selbst. Für diese Aussage braucht man aber keine zweieinhalb Stunden. Das trägt sich nicht für eine so lange Zeit. Ich fand das auch nicht witzig, was bei vielen Zuschauern um mich herum offenbar ganz anders war. Das Stück hat einfach partout nicht meinen Humor getroffen.

Und ich habe den Verdacht, dass das nicht ein Problem dieser speziellen Inszenierung ist, sondern des Stückes selbst, das übrigens sonderbarerweise zu den meistgespielten an deutschen Bühnen gehört. Denn wenn man sich auf Youtube Ausschnitte aus anderen Inszenierungen anguckt, dann sind die genauso nervig.

Gegen diese These spricht, dass es nun schon das zweite Mal war, dass ich bei einer Inszenierung von Regisseur Peter Jordan entsetzt das Weite gesucht habe: „Arsen und Spitzenhäubchen“ fand ich genauso unerträglich.




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