Samstag, 21. Juni 2014

NRW-Theatertreffen: "JR" holt den Hauptpreis


Ich bin fast ein bisschen sauer auf mich selbst, dass ich mir für das NRW-Theatertreffen keinen Urlaub genommen habe. Man hätte so viel sehen und erleben können, wenn man mehr Zeit gehabt hätte. Immerhin war ich an vier Abenden dabei und habe da den Geist der Kreativität gespürt, der über dem Schauspielhaus schwebte, um es mal ein wenig pathetisch auszudrücken. Es ist natürlich viel abwechslungsreicher, vier Stücke von vier verschiedenen Ensembles zu sehen, als vier Stücke von ein und demselben Ensemble.

Es hat mir auch gefallen, dass so viele junge Leute im Theater waren. Da muss einem um die Zukunft nicht bange sein – zumindest in Dortmund.

Die sechsköpfige Fachjury vergab insgesamt drei Preise und zeichnete die Uraufführung „JR“ der Wuppertaler Bühnen als beste Inszenierung aus (Regie: Marcus Lobbes). Außerdem wurde die beste Ensemble-Leistung für „Die Orestie“ aus Oberhausen gewürdigt. Als bester Schauspieler wurde Stefko Hanushevsky für seine Leistung in „Der gute Mensch von Sezuan“ des Schauspiel Köln ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 2500,- Euro für die beste Regie, 1000,- Euro für die beste Ensemble-Leistung und 500,- Euro für den besten Schauspieler. Die Fachjury begründete ihre Entscheidung für Stefko Hanushevsky als besten Schauspieler mit „Strahlkraft und starker Spiel-Intelligenz, leichtfüßigem Spiel und großem komödiantischen Talent“. In der Begründung für das beste Ensemble heißt es, die Oberhausener Schauspieler schaffen „ein auf diesem Niveau sehr seltenes, berührendes, psychologisches Einfühlungstheater“. Für die beste Inszenierung „JR“ habe es eine Mehrheit in der Fachjury gegeben, weil sie unter anderem auf
intelligente Weise „auf den Kampf der Kunst im System der Finanzen“ verweise.


Preis der Jugendjury und Publikumspreis

Die sechsköpfige Jugendjury entschied sich für „Die deutsche Ayşe – Türkische Lebensbäume“ des Theater Münster als beste Inszenierung (Regie: Tuǧsal Moǧul), die für die Auszeichnung ein Preisgeld von 1000,- Euro erhält. Die Jugendjury lobte die Aktualität und Spannung der Inszenierung. Neben den beiden Jurys konnte auch das Publikum für seinen Favoriten abstimmen und wählte ebenfalls „Die deutsche Ayşe“ des Theater Münster.

Ausgerichtet wurde das NRW Theatertreffen 2014 vom Schauspiel Dortmund. Unter dem Motto „Theater und Virtualität“ zeigte das Theater neben den zehn Wettbewerbs-Inszenierungen auch Panels und Performances zum Thema sowie die Gewinner des Westwind-Festivals, ein buntes Konzertprogramm und Filme.

Die Preisverleihung.  Foto: Schröter

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