Samstag, 14. Juni 2014

Rundum gelungener Auftakt des NRW-Theatertreffens

Ich war restlos begeistert vom Auftakt des NRW-Theater-Treffens am Freitag im und am Schauspielhaus. Auf dem Vorplatz herrschte eine beschwingt-fröhliche Festival-Atmosphäre mit Strandkörben, Live Musik, Wein und Bierständen, und drinnen war das erste Stück, „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ des Schauspielhauses Bochum, ein absoluter Knaller, den die Zuschauer am Ende zurecht mit Standing Ovations belohnten.

Szene aus "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik"
Foto: Arno Declair
Es ist erstaunlich, welche Poesie, welche Stimmungen und Atmosphären Theater entfachen kann. In Anlehnung an den Film von Aki Kaurismäki geht es um ein armes Mädchen, das in einer menschenfeindlichen stupiden Fabrik arbeitet und bei tumben Menschen – ihrer Mutter und ihrem Stiefvater – leben muss. Das Stück kommt fast ohne Worte aus.  Daraus entsteht ein Schweigen, das die gesamte Atmosphäre noch viel beklommener macht. Als unsere Heldin schließlich von einem Luftikus erst geschwängert und dann verlassen wird, entledigt sie sich sowohl dieses Mannes als auch ihrer Mitbewohner mit Rattengift. Etwas, das ihr im Publikum niemand übel nimmt. Maja Beckmann als armes Mädchen und Daniel Stock in drei verschiedenen Rollen liefern eine tolle Leistung ab. Regie führte David Bösch.


Man darf seine Eintrittskarte anschließend in eines von vier Kästchen werfen – sie stehen für „hat mir fantastisch gefallen“ bis „nicht so gut“. Daraus ergibt sich später der Publikumspreis. Die meisten Zuschauer haben ihre Karte bei „fantastisch“ eingeworfen, ich auch. Ich denke, diese Produktion ist schon eine der ganz großen Favoriten für die Preise. 


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