Sonntag, 10. April 2016

Neuer Winkelmann-Film ist schon vor der Premiere in Dortmund zu sehen

Eine Woche vor offiziellem Kinostart (12. Mai 2016) ist "Junges Licht", der neue Film des Dortmunder Filmemachers Winkelmann nach dem Roman von Ralf Rothmann, am Donnerstag, 5. Mai in Dortmund im "Kino im U" zu sehen.

„Junges Licht“ ist ein Heimatfilm ohne Kitsch und Klischees, der in einem schwülen Sommer der 1960er-Jahre spielt. Kohle und Stahl, Rauch und Ruß – im Ruhrgebiet brummt der Motor des deutschen Wirtschaftswunders. Bildgewaltig erzählt der Dortmunder Filmemacher von harter Arbeit und dem Erwachsenwerden in einer Bergbausiedlung. „Junges Licht“ ist ein sensibel inszeniertes Stimmungsbild. Mit außergewöhnlicher Bildgewalt und ganz eigener Handschrift fängt Winkelmann hier die Poesie des gleichnamigen Romans von Ralf Rothmann ein.

Gedreht wurde in historischen Kulissen im Ruhrgebiet u.a.: Am Rübenkamp in Dortmund Bövinghausen, im Museum Zeche Zollern und am Phönix-Gelände. Die Premiere findet am 1. Mai in der Essener Lichtburg statt. Anschließend führt die Kino-Tour durch Bochum (2.5.), Oberhausen (3.5.), Duisburg(4 .5.), Dortmund (5.5.), Köln (6.5.), Hamburg (8.5.) und Berlin (9.5.). Hier werden Regisseur und Protagonisten anwesend sein. Uhrzeiten stehen noch nicht fest.

Inhalt:

1962. Ein Sommer im Ruhrgebiet. Julian Collien ist fast 13 Jahre alt und lebt in einer Arbeitersiedlung, die – nicht richtig Stadt, nicht richtig Land – geprägt ist vom Bergbau und gekennzeichnet durch Enge, Armut und Brutalität. Die Schule hält Julian für überbewertet; er will Bergmann werden – wie sein Vater. Die Jugendlichen der Siedlung verbringen ihre Sommerferien mit dem Üblichen: Süßigkeiten klauen, Zigaretten rauchen, Bier trinken – Dummheiten anstellen. Julian ist ein sensibler Beobachter. Sein Vater Waller schuftet unter Tage, während sich Mutter Liesel ihr fehlendes Glück zu kaufen versucht – auf Raten oder auf Pump. Ihre Unzufriedenheit lässt sie an Julian aus. Als sie schließlich einen Nervenzusammenbruch erleidet und mit Julians kleiner Schwester Sophie zur Schwiegermutter ans Meer fährt, bleiben Vater und Sohn allein zurück. Nun fühlt sich Julian zu Hause verantwortlich, schmiert seinem Vater jeden Morgen Brote, versucht ihm nahe zu sein. Indes sucht Hausbesitzer Gorny, wenn Waller auf Schicht ist, die Nähe zu Julian. Er leiht ihm einen Fotoapparat, mit dem er seine Freunde beim Baden fotografieren soll – am liebsten nackt. Doch der Umgang mit den Jungen der Nachbarschaft ist für Julian ein Graus, zu derb sind ihre Späße. Stattessen beobachtet er Marusha, die frühreife 15-jährige Stieftochter des Vermieters, auf dem gemeinsamen Balkon. Häufig dringen nun Geräusche aus Marushas Zimmer, die Julian unerklärlich sind. Am Sonntag spitzt sich die erotische Katastrophe zu, als der Vater Julian und Marusha zu seinem Zechenkumpel Lippek mitnimmt. Nach einem turbulenten Saufgelage landet der Vater mit Marusha im Bett, woraufhin der Vermieter Gorny die Familie aus der Wohnung wirft. Julian fühlt sich schuldig, seinen Vater nicht vor dem Ehebruch bewahrt zu haben. Er packt seine Sachen, läuft von zu Hause weg und vertraut sich dem Pfarrer an. Aber kann man überhaupt die Sünden eines anderen beichten?

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