Freitag, 6. Mai 2016

Subrosa im Mai: "Pleasant Grove" machen den Anfang

Pleasant Grove
Hier kommt das Programm in der Hafenschänke Subrosa, Gneisenaustraße 56, bis Ende Mai:
------------------

Dienstag, 10.05.2016 - 20:00 Uhr 

Pleasant Grove (US) - The Heart Contortionists

Die einstige Glitterhouse-Band vereint herzerwärmende Americana mit sehr eigenen Indie-Soundideen: kunstvolle, teils verschrobene Lieder, die das Quintett um die beiden Songwriter Brett Egner & Marcus Striplin ab 1998 in opulente Klanggewänder kleidet. Im einen Moment erinnern sie an klassischen Texas Country, dann wieder an das elektrische Aufbäumen eines Neil Young, an die aberwitzigen Entwürfe der frühen Flaming Lips ebenso wie an einen durchgeknallten Alex Chilton - raue, melodische Melancholie liegt auf langsamen, ausgedehnt rhythmischen Harmonien.

Nach dem plötzlichen Aus 2006 kommt es 10 Jahre später doch noch zu der Wiedervereinigung, von der bereits lange gemunkelt wurde. Ihrem mal fragilen, mal kraftstrotzenden neuen Album "The Heart Contortionists" (We Know Better Records, VÖ 05.02.2016) fügen sie zeitlose Sounds hinzu, die die Seele schweben lassen. Hiermit sowie einer Bühnenpräsenz, die an Lässigkeit und Herzenswärme kaum zu überbieten ist, begeben sich Pleasant Grove nicht nur auf US-Tournee, sondern kommen im Mai auch über den großen Teich:

Eines von nur vier Konzerten in Europa gibt es heute abend an alter Wirkungsstätte zu erleben, von der Dortmunder Music-Bar "subrosa" freudig angekündigt mit den Worten: Zeit für Legenden!

Einlass: 18:00 Uhr,
Beginn: 20:00 Uhr,

Eintritt frei.
----------------------------------

Donnerstag, 19.05.2016 - 19:30 Uhr

Terry Lee Hale (US) - Bound, Chained, Fettered [Glitterhouse]

Der gebürtige Texaner hat eine lange Reise hinter sich. Zu Zeiten vor und während des Grunge-Hypes verschlug es ihn nach Seattle, sein erstes Lebenszeichen auf Tonträger kann man heute noch auf der legendären 1988er Compilation "SubPop200" nachhören, zu der man ihn als einzigen Nicht-Grunge-Act einlud. Mit seinem ersten Album "Oh What A World" wurde er 1993 zum Vorzeige-Künstler der damals hippen Singer / Songwriter / Americana Szene, in Frankreich (seiner heutigen Wahlheimat) rollte man ihm den roten Teppich aus: Le Monde kürte sein Debut zum "Album of the Year", Télérama adelte ihn mit dem Satz, dass seine besten Songs die Qualität eines Townes van Zandt erreichen, der legendäre Pariser Plattenmogul Patrick Mathé (New Rose, Last Call) nahm ihn unter seine Fittiche. In Deutschland war Glitterhouse, das Ende 2013 sein Comeback-Album veröffentlichte, schon damals Heimat für den Rastlosen - mit "The Long Draw" war er zurück:

"Die eindrucksvolle Rückkehr des Urgesteins! Terry Lee Hale ist ein Songpoet der Extraklasse, eine singuläre Erscheinung in der Musikwelt, dessen Kraft und Ausdrucksstärke - bei aller Zurückgenommenheit - mit den Jahren gereift sind, wie ein 20 Jahre alter Single Malt der Insel Islay, mit allen Ecken und Kanten. Es ist Zeit, Terry Lee Hale neu zu entdecken."

In Zeiten, in denen Trends kurzlebiger und mannigfacher denn je sind, die digitale Revolution längst Alltag, ja, Schnee von gestern ist und auch sonst das Faktum der immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne wohlfeil beklagt wird, tut diese Musik gut. Entschleunigung, in sich Ruhen, Zeitlosigkeit. Und auch: Tiefe. Charisma. Melancholie. Wut. Aber: dennoch Optimismus, der Glaube an Gefühle, völlig unprätentiös, in herrlich entspannter Form, natürlich, als sei es das Selbstverständlichste der Welt - dazu ist Terry Lee Hale ein sehr genauer, einfühlsamer Beobachter des alltäglichen Scheiterns in all seinen Facetten, voller Empathie für seine Protagonisten. Sein Blickwinkel ist speziell, platte Lebensweisheiten seine Sache nicht.

Live tritt der Singer/Songwriter mit einer kleinen Gitarren-Armada samt 12-saitiger und Dobro an. Er weiß sein Publikum nicht nur musikalisch zu überzeugen, sondern auch durch seine Entertainment- und Storyteller-Qualitäten charmant zu unterhalten. Auf der aktuellen Tour zum neuen Glitterhouse-Album "Bound, Chained, Fettered" (VÖ 08.04.2016) begleitet ihn sein Produzent Antonio Gramentieri (Hugo Race, Dan Stuart, Sacri Cuori) an Gitarre und Lap Steel.

Einlass: 18:00 Uhr,
Beginn: 19:30 Uhr,

Eintritt AK 13 Euro,
VVK 10 Euro - mit freundlicher Unterstützung von DEW21 
-------------------------------

Freitag, 20.05.2016 - 20:00 Uhr

THE END MEN (US) - Terms & Conditions

Seit 2010 bilden die New Yorker Matthew Hendershot (Gitarre, Gesang) und Livia Ranalli (Drums, Percussion, Gesang) das Duo THE END MEN und spielen bluesgefärbten Garagenrock mit Einflüssen aus Punk und gutem, altem Vaudeville Rock'n'Roll.

Im Studio klingt das wie eine Mischung aus Tom Waits, The Black Keys, The White Stripes und Captain Beefheart - doch wenn sie auf der Bühne loslegen, kriegt man BIG LOUD ROCK FROM BROOKLYN!

Kakophonisch und metallisch erinnert der Sound mithin eher an Dyse als an Tom Waits, auch weil hier gleichzeitig witzige Unterhaltung im Stile des amerikanischen Straßentheaters geboten wird. Die Konzerte sind humorvoll, ironisch und man weiß nie, was als nächstes passiert - THE END MEN entertainen jedes Publikum!

Mit ihrem aktuellen Album "Terms & Conditions" sind THE END MEN heute abend zu Gast in der Dortmunder Music-Bar "subrosa" beim monatrlchen Themenabend "Rockabilly Fever: Black Music For White People - und umgekehrt"!

Einlass: 18:00 Uhr,
Beginn: 20:00 Uhr,

Eintritt AK 9 Euro,
VVK 6 Euro - ua an der sub.Theke & bei Blackplastic
------------------------

Dienstag, 24.05.2016 - 20:00 Uhr

Walter Salas-Humara Trio (US / THE SILOS' Mastermind) - Explodes & Disappears / Work: Part One

Der Name klingt so unverwechselbar wie der Mann dahinter: Walter Salas-Humara! Vor mittlerweile über 30 Jahren trat dieser vielseitig talentierte, bis auf den heutigen Tag neuen Einflüssen gegenüber offene und stilistisch wandlungsfähige Künstler erstmalig in Erscheinung: als charismatischer Leadsänger und Songschreiber der Alternative Country Rock-Pioniere THE SILOS, die auch in der Nachbetrachtung einen enormen Einfluss auf die frühe, noch deutlich untergründige, No Depression-gefärbte Americana-Szene gehabt haben:

THE SILOS aus New York gehörten ab 1985 zur besonderen Gruppe all jener Critics' Darlings-Bands, die - ähnlich wie Velvet Underground, die späten Byrds, Television, die Feelies oder Green On Red - einfach zu gut und ihrer Zeit voraus waren, um ihre eminent einflussreiche Musik so verkaufen zu können, wie sie es verdient hätten. Besonders mit ihren frühen Alben (Cuba!) standen sie für sensiblen, klugen, einprägsamen, amerikanischen Indie-Pop goes Alt.Country-Rock der Königsklasse, der die Rezensenten begeisterte und sich in den Jahreslisten der einschlägigen Rock-Magazine platzierte. Nach einigen Wirren der 1990er/2000er Jahre, als die Band im Americana-Boom unterzugehen drohte, meldete Walter Salas-Humara 2011 mit weitgehend neu formierten Silos und dem famosen, kraftvollen "Florizona" auf Blue Rose Records wieder Ansprüche an.

In all den Jahren hat Salas-Humara aber nicht nur seine Silos ständig wiederbelebt, sondern auch an vielen weiteren Projekten mitgewirkt und immer wieder Non-Silos-Alben unter eigenem Namen veröffentlicht: ähnlich wie zu Zeiten von "Lagartija" (1988) und "Radar" (1995), seinen ersten beiden Alleingängen, hatte sich bei Walter Salas-Humara immer wieder ein Haufen Songs angesammelt, die er für nicht zwingend Silos-tauglich hielt. Auch der 2014er Solo-Nachfolger "Curve & Shake" überzeugte trotz der langen Pause als Gesamtwerk mit seiner großen Qualität und all den feinen Kleinigkeiten, die es zu entdecken galt - so hatte der Singer/Songwriter seinen ungebrochenen Status als wichtiger Independent-Musiker einmal mehr kräftig untermauert!

Nun ist Walter Salas-Humara mit gleich zwei neuen Solo-Alben zurück: "Work: Part One" ist eine akustische Neubearbeitung von Songs der ersten drei Silos-Werke aus den 1980ern, während "Explodes & Disappears" wieder einmal jene Songs ansammelt, die eher eine Sonderbehandlung erfahren sollten. Seine aktuelle Europa-Tournee führt Walter Salas-Humara heute abend in die Dortmunder Music-Bar "subrosa" - im Trio.

Einlass: 18:00 Uhr,
Beginn: 20:00 Uhr,

Eintritt AK 13 Euro,
VVK 10 Euro.
--------------------------------------

Dienstag, 31.05.2016 - 19:00 Uhr

Hannes Weyland macht Musik. Und ist in der Szene längst kein Unbekannter mehr. Indes, anders als die meisten anderen Künstler interessiert er sich nicht nur für sich selbst, sondern schenkt auch den Kollegen ein Ohr. Und läd während der Sommersaison regelmäßig zum "3Klang - das Bonsai-Festival" des umtriebigen Songwriters hat inzwischen zahlreiche Fans und Stammgäste, welche dem guten Geschmack des singenden Confrenciers ihr vollstes Vertrauen schenken, auch ohne das genaue Line-Up im Vorfeld zu kennen.

Bereits zum 23. Mal findet dieser Abend im Zeichen der magischen Ziffer "3" nun statt: drei Live-Acts à 33 Minuten für lässige drei Euro Eintritt, wie immer eingeleitet mit drei eigenen Songs von Hannes Weyland selbst. Dann präsentiert der Ruhrstadt-Barde seine Musiker-Kollegen - den Auftakt in die Saison 2016 hat er besonders bunt gemischt: die Bremer Songwriterin NIA gibt sich in ihrer alten Heimatstadt die Ehre und das junge Dortmunder MOLE TRIO hat modernen Jazz zu bieten, bevor die internationalen Headliner es krachen lassen: Hot Panda (CAN) - BAD POP [mint records] Tretminen & Sarkasmus: das neue, wilde, aber erfrischend natürliche Album des Quartetts aus Vancouver ist eine Lawine aus rauem Punk Rock, warmen Psychedelia und nihilistisch-frechen Träumereien. Aufbauend auf drei hochgelobten Alben - "Volcano, Bloody Volcano" (2009), "How Come I’m Dead" (2010) und "Go Outside" (2012) - ist "BAD POP" (VÖ 08.04.2016) eine Handlungsaufforderung an Fuzz und Distortion, eine Rückkehr zu massiven Gitarrensounds und einschlagenden Drums, eine Hommage an, ja: die Entdeckung des Formates Album. Produzent Devon Lougheed (Hey Ocean!, Smashing Satellites) hat es geschafft, die wilde Energie der Band von der Bühne hinein in durchdachte, harte Rocksounds zu kanalisieren und einen innovativen, zeitgemäßen Sound zu erzeugen.

HOT PANDAs Live-Shows sind 200% Spaß und Raserei. Auf über einem Dutzend Touren durch Nordamerika und Europa, unzähligen Festivals (unter anderem: SXSW, Primavera, CMJ, Reeperbahn) sowie Support-Shows (ua für die Japandroids, Tokyo Police Club, Art Brut) haben sie mittlerweile fünf Tour-Vans zu Grabe gefahren.

Frontmann Chris Connelly ist live wahlweise herzerwärmend oder bedrohlich; die Multi-Instrumentalistin Catherine Hiltz ist eine einnehmende, punk-rockige, bar-prügelnde St.Vincent; Schlagzeuger Aaron Klassen wurde mit Bonham und Grohl aufgezogen und spielt, als hätte die Snare gerade seine Mutter beleidigt - als eingeschworenes Team, das weiß was es tut, präsentieren sie ihren aktuellen Sound derzeit auf Europas Bühnen, heute abend in der Dortmunder Music-Bar "subrosa".

Einlass: 18:00 Uhr,
Beginn: 19:00 Uhr,

Eintritt AK 3 Euro 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen