Donnerstag, 23. Juni 2016

„Morpha“: Museum Ostwall stellt Arbeiten von Georg Meissner ins Schaufenster

Georg Meissner, o.T., Atelieransicht
© VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Die 16. Schaufensterausstellung im Museum Ostwall im Dortmunder U mit dem Titel „Morpha“ zeigt Arbeiten von Georg Meissner, der 1934 in Schwerte geboren wurde. „Morpha“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet ‚Umgestaltung', ‚Form' oder ‚Verwandlung'. Meissner arbeitet mit Installationen, Objekten und Zeichnungen. Durch die oftmals zufalls- und prozesshafte Entstehung und Bearbeitung überschreiten die Werke räumliche Barrieren und sprengen Gattungszuordnungen.

Georg Meissners Arbeiten vermitteln den Eindruck des Unfertigen, ständig wachsenden und Wandelbaren. Er arbeitet in einer für ihn typischen Materialität: Aus Holzlatten, Leitern, Stoffen, Schläuchen, Gummi etc. entwickelt er abstrakte raumgreifende Installationen, teilweise mechanisch oder organisch anmutenden Holzobjekte und undefinierbare Gegenstände. Die Materialien findet Meissner oftmals im Baumarkt, ein Ort, den er selbst als sein „Lieblingsmuseum“ bezeichnet.

Im Zentrum der Ausstellung „Morpha“ stehen vier Installationen Meissners, die sich vom Boden über die Wand in den sie umgebenden Raum ausdehnen. Umrisszeichnungen, filigrane Linien, die an kartographische Vermessungen erinnern, und eine fahle, natürliche Tonigkeit schaffen Verbindungen zwischen den Objekten und Materialien. Georg Meissner ist ein Geschichtenerzähler. Mit seiner unbändigen Fantasie entwirft er mythisch anmutende Landschaften und Kreaturen, die in ihrer Abstraktion Spielraum für die individuelle Lesart des Betrachters lassen und ihm neue Welten eröffnen.

Parallel zu den offenen Installationen werden auch kleinere Objektkästen gezeigt. Auch sie setzen sich aus den vorher genannten Materialien zusammen. Die Objektkästen erinnern an alte Wunderkammern oder Schatzkästchen, die im Inneren fremdartige Artefakte bewahren. Die in ihnen dargebotenen Formen, Linien und Objekte schaffen in ihrer andeutungsvollen Abstraktion unendliche Assoziationsketten. Es lassen sich vermeintlich bekannte Formen und Gestalten erkennen, die u.a. an Zähne, Knochen, Skelette, Muscheln, aber ebenso an Zahnräder und technischen Konstruktionszeichnungen, denken lassen.

Mit jeder der ausgestellten Arbeiten schafft es Georg Meissner, eine Traumwelt, eine Landschaft zu gestalten, die ebenso ursprünglich und mythisch wie futuristisch wirkt. Im Wechselspiel des Auges zwischen Detail und Gesamteindruck, zwischen vermeintlichem Erkennen von Bekanntem und Verunsicherung des Wahrgenommenen, sind die Arbeiten einer ständigen Veränderung und Neuverortung, Gestaltwerdung und -auflösung des Gesehenen - einer permanenten Metamorphose - unterworfen.

Georg Meissners Arbeiten spiegeln nicht nur die schier unendliche Fantasie des Künstlers, sondern fordern diese auch in ihrer Betrachtung ein.

MO Schaufenster #16 – Georg Meissner: Morpha 
24 . Juni bis 30. Oktober 2016, Ebene 4  

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