Montag, 19. September 2016

Elfter DEW21 Kunstpreis geht an Jáchym Fleig

Dr. Frank Brinkmann, Vorsitzender
 der DEW21-Geschäftsführung,
 mit dem Kunstpreisträger Jáchym Fleig

Bild: DEW21
Jáchym Fleig ist der DEW21 Kunstpreisträger 2016. Die offizielle Preisvergabe fand am 16. September im Dortmunder U statt. Jáchym Fleig wurde für seine skulpturale Installation ausgezeichnet.

Der Duisburger Künstler hat sich mit seinen Skulpturen, die wie natürliche Organismen aussehen und ihren künstlerischen Ursprung schnell vergessen lassen, in den vergangenen Jahren fest in der nationalen und internationalen Kunstszene etabliert.

Mit seiner Erweiterung des klassischen Skulpturbegriffs, die Jáchym Fleig durch die Verbindung zwischen seinen Werken und Räumen bzw. Objekten erzeugt, hat der Bildhauer auch die Jury des DEW21 Kunstpreises überzeugt.

Seine Objekte und Installationen setzen sich an sicher Geglaubtem fest und bringen bestehende Ordnungen durcheinander. Dabei zeigt sich die Kunst von ihrer besitzergreifenden und unheimlichen Seite. Manche seiner skulpturalen Installationen erwecken die Vorstellung einer Besiedelung des Raumes durch riesenhafte Insekten. Die scheinbare Nähe zur Natur folgt aber dem strategischen Kalkül des Künstlers. Natur kann wie Kunst aussehen, wie auch umgekehrt. Durch die Verbindung mit vorhandenen Räumen oder Gegenständen wirkt es, als hätten diese selbst das wuchernde wesenhafte Geschehen ausgebrütet. Für seine skulpturalen Installationen wird der Künstler in diesem Jahr mit dem Kunstpreis ausgezeichnet, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist. Er setzt sich zusammen aus 2.500 Euro Preisgeld und 7.500 Euro für eine Einzelausstellung mit Katalog.

Im Rahmen des DEW21 Kunstpreises wird seit 2012 auch ein Förderpreis vergeben, um Nachwuchskünstlerinnen und Künstler in ihrer Entwicklung zu unterstützen. In diesem Jahr geht der mit 2.500 Euro dotierte Preis an Philipp Valenta. Der in Hattingen geborene Künstler hinterfragt mit seinen Arbeiten den Begriff des "Wertes" insbesondere im Finanzsektor. Für das Werk "Herbarium" hat er aus Geldscheinen die aufgedruckten Blüten, die stellvertretend für das Land oder die Region stehen, ausgeschnitten und eingerahmt – wie bei einem Herbarium. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Herstellung von Übersicht und Ordnung aussieht, erzeugt auf den zweiten Blick eine besondere ästhetische Qualität. Insbesondere im Deutschen findet sich zusätzlich die Verbindung zur "Blüte" als einer Form von Falschgeld, die die Frage nach der Künstlichkeit dieses "Herbariums" nochmals unterstreicht.

Welches breite Spektrum die Kunstszene im Ruhrgebiet zu bieten hat, zeigten in diesem Jahr neben den Preisträgern auch die weiteren dreizehn nominierten Künstlerinnen und Künstler, die aus rund 200 Bewerbungen ausgewählt wurden. Nicht zuletzt aufgrund der großen Vielfalt und Qualität der eingereichten Werke hat sich der DEW21 Kunstpreis zu einer festen Größe in der Kunstszene etabliert. Im Rahmen der Ausstellung zum Kunstpreis, die noch bis zum 23. Oktober im Dortmunder U zu sehen ist, werden die Werke der Preisträger wie auch die der weiteren 13 Nominierten präsentiert.

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