Montag, 12. September 2016

Nominierte für DEW21-Kunstpreis 2016 stehen fest

Leonie Herrmann
Gleich drei Künstlerinnen aus Dortmund gehören zu den 15 für den DEW21 Kunstpreis 2016 Nominierten, die aus rund 200 Bewerbungen ausgewählt wurden.

Leonie Herrmann, Donja Nasseri und Denise Ritter werden ihre Werke nicht nur im Rahmen der Kunstpreis-Ausstellung in der 6. Etage des Dortmunder U präsentieren, sie haben auch die Chance auf die Auszeichnung, die am 16. September vergeben wird.





Leonie Herrmann

Das Absonderliche im Alltäglichen zu erforschen - damit zeichnen sich die Kunstwerke der in Dortmund lebenden und arbeitenden Künstlerin Leonie Herrmann aus. In ihren Malereien und Zeichnungen befasst sie sich mit dem menschlichen Konflikt zwischen gesellschaftlichem Verhaltenskonsens und schlichtem Urinstinkt, mit sozialen Machtgefällen, alltäglichen Handlungsmustern und situativer Absurdität. Durch die Diskrepanz zwischen dem Einhalten und dem Bruch erlernter Norm heraus konfrontiert sie den Betrachter mit einer befremdlichen Bildwelt: Auf der einen Seite scheint die Situationen bekannt, auf der anderen Seite völlig unbekannt.

Sie schält in ihren Werken die zivilisierte Oberfläche Schicht um Schicht ab und deckt dabei wildere und urtümlichere Bedürfnisse auf, die sie auf der Leinwand festhält. Leonie Herrmann studierte bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei an der "AKI ArtEZ Academy of fine arts and design" in Enschede und lebt seit 2012 in Dortmund. Ihre Werke hat sie seit 2011 schon in zahlreichen Ausstellungen im In- wie im Ausland vorgestellt.

Denise Ritter
Denise Ritter

Denise Ritter ist mit ihren Klanginstallationen für den DEW21 Kunstpreis nominiert. Sie realisiert elektroakustische Kompositionen in Klanginstallationen, die ausschließlich auf Audioaufnahmen realer Klangsituationen basieren. Eines ihrer bekanntesten Projekte ist "small world wide", das sie auch im

Rahmen der DEW21 Kunstpreis-Ausstellung präsentieren wird. Aus weißen Viertelkugeln mit integrierten Lautsprechern sind Fragmente von Audioaufnahmen zu hören, die kompositorisch bearbeitet sind. Sie stammen von TeilnehmerInnen des weltweiten, partizipativen Klangkunstprojektes, für das sie zehn Audiorekorder von zehn Startpersonen um den Globus geschickt hat, um über persönliche Bekanntschaften an zehn Zielorte zu gelangen.

Dabei sollen alle Zwischenstationen und Ziele akustisch dokumentiert werden - mit Aufnahmen, die für den jeweiligen Alltag oder Lebensraum charakteristisch sind. Zu hören sind u.a. Ausschnitte aus einer Lesung in Brasilien, einem privaten Abendessens in China und einem Schützenfest im Münsterland. Denise Ritter, die in Witten geboren wurde, hat ihr Studium der Freien Kunst an der HBKsaar in Saarbrücken absolviert und war Meisterschülerin bei Christina Kubisch. Für ihre Werke, die sie bereits in vielen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert, wurde Denise Ritter mehrfach ausgezeichnet. Seit 2015 ist sie Mitglied des Künstlerhauses Dortmund.

Donja Nasseris

Donja Nasseris Werke zeichnen sich durch Experimente mit Kopien, Collagen und Schnitten, die auf den Einsatz digitaler Technik verzichten. Grundlage für ihre Arbeiten sind die materiellen Oberflächen der Fotografie, mit denen sie im weiteren künstlerischen Prozess experimentiert. Dabei stellt sie Brüche und Verschiebungen in ihren Collagen heraus, indem sie Kanten und Überdeckungen betont und nicht kaschiert. Diese werden gleichermaßen durch bekannte Strukturen durchkreuzt, sodass die Künstlerin neue Zusammenhänge schafft. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist "Patterns".

In dem zwölfteiligen Werk hat sie das Dortmunder Unionviertels fotografiert und die Fotografien in neue Zusammenhänge überführt. In ihrer Arbeit spiegelt sie dadurch auch der stetige Wandel in dem
Donja Nasseri
Dortmunder Quartier wider. Donja Nasseri, die in Düsseldorf geboren wurde und heute in Dortmund lebt, studiert an der Kunstakademie Münster. Zuvor hat sie in Istanbul sowie an der TU Dortmund studiert Ihre Werke konnte Donja Nasseri seit 2013 bereit in einigen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentieren und wurde in der Vergangenheit auch schon mehrfach ausgezeichnet.

Der DEW21 Kunstpreis richtet sich an Kunstschaffende, die entweder im Ruhrgebiet geboren sind, hier leben oder ihren Hochschulabschluss in der Region erworben haben. In diesem Jahr wird er von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) zum elften Mal vergeben. Ziel des DEW21 Kunstpreises ist es, Künstlerinnen und Künstlern aus dem Ruhrgebiet ein Ausstellungsforum zu bieten, ihre Arbeit zu fördern und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Auch in diesem Jahr ist der Ausstellungsort die 6. Etage des Dortmunder U. Die Vernissage der Ausstellung am 16. September ist zugleich auch der Abend der Preisverleihung. Der DEW21 Kunstpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Er setzt sich zusammen aus 2.500 Euro Preisgeld und 7.500 Euro für eine Einzelausstellung mit Katalog. Besonders gefördert wird der kreative Nachwuchs: Dazu wird ein Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler bis zum Alter von einschließlich 30 Jahren vergeben, der mit 2.500 Euro ausgestattet ist. Die Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis ist noch bis zum 23. Oktober in den Räumen des Dortmunder U zu sehen.

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