Samstag, 24. September 2016

Stüdemanns Seitenhieb auf ecce - Favoriten 2016 hat begonnen

Geschminkte Autoscooter-Nutzer
Foto: Schröter
Das Theaterfestival Favoriten 2016 ist am Freitagabend gestartet – und zwar auf der Fläche hinter dem U in einem uralten Autoscooter. Die – vielen – Besucher mussten zunächst ein bisschen überredet werden, die Fahrfläche für die Eröffnungsansprachen auch wirklich zu betreten, denn grell geschminkte Statisten saßen bereits in den Autos und schienen nur darauf zu warten loszufahren.

Dr. Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, die das Festival großzügig unterstützt, meinte sogar, es gebe gar keinen besseren Ort für die Eröffnung eines solchen Festivals als einen Autoscooter. Die genaue Begründung dafür bekomme ich nicht mehr zusammen. Es hatte etwas mit erster Liebe zu tun.

Kulturdezernent Jörg Stüdemann gönnte sich in seiner Ansprache einen kleinen Seitenhieb auf ecce, das „european centre for creative economy“, einem Überbleibsel der Ruhr2010 zur Förderung

Jörg Stüdemann gönnte sich
 einen Seitenhieb auf ecce.
Foto: Schröter
Kreativwirtschaft, das aber von Kritikern immer wieder als Luftnummer gesehen wird. Stüdemann sagte sinngemäß, das Motto des Festivals „große Täuschungen und kleine Fälschungen“ passe gut zur Haltung der Kritiker zu ecce, das ebenfalls am Dortmunder U angesiedelt ist.

Bettina Milz, Referatsleiterin für Theater und Musik in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen und 2008 selbst Leiterin des Festivals, sieht Favoriten als „soziale Skulptur“. Mehr noch als ein Stadttheater seien die freien Künstler Seismographen der Gesellschaft. Theater habe eine große Relevanz in der öffentlichen Diskussion. Sie sei stolz auf die freie Szene.

Bis zum 2. Oktober gibt es nun an die 100 Veranstaltungen an
Das Festivalgelände hinterm U zur Eröffnung.
Foto: Schröter
unterschiedlichen Orten der Stadt. Dazu gehören Theaterstücke, Performances, Tanz, Diskussionsveranstaltungen und ganz neue Formate. Eine Übersicht finden Sie hier.

Andreas Schröter


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