Samstag, 1. Oktober 2016

KJT: "Rico, Oskar und die Tieferschatten" bietet Spaß und Spannung für junge Theatergänger

Szene aus "Rico, Oskar und die Tieferschatten"
mit Bianka Lammert und Thorsten Schmidt.
Foto: Hupfeld
Die zweite Produktion dieser Spielzeit im Kinder- und Jugendtheater, „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, richtet sich an ein deutlich jüngeres Publikum als Vorgänger „Infinity“. Für Kinder ab 10 Jahren empfehlen die Theatermacher von der Sckellstraße das Stück, in dem der „tiefbegabte“ Rico im Mittelpunkt steht. Freitag war Premiere.

Ricos Mutter (Bianka Lammert) ist mit ihrem Sohn (Thorsten Schmidt) extra in eine Straße gezogen, die stur geradeaus verläuft, weil ihr Junge mit Richtungswechseln nicht gut klarkommt. Der Förderschüler sammelt schon mal Nudeln von der Straße auf und fragt in der Nachbarschaft herum, wer sie wohl verloren haben könnte. Das alles sorgt für jede Menge Situationskomik, die die jungen Premierenbesucher mit großer Heiterkeit quittieren. Die Nachbarschaft, das sind der griesgrämige Herr Fitzke (Andreas Ksienzyk), Simon Westbühl (Philip Pelzer), ein neu zugezogener Kommissar, der ein Auge auf Ricos Mutter geworfen hat, Frau Dahling (Bettina Zobel), die gerne mit Rico Krimis oder Liebesfilme guckt, und der Inhaber einer Sicherheitsfirma Marrak (Rainer Kleinespel). So weit, so beschaulich – spannend wird’s allerdings, als Ricos neuer hochbegabter Freund Oskar (Talisa Lara) entführt wird …

In einem raffinierten aus mehreren Zimmern, Treppen und Türen bestehenden Bühnenbild (Oliver Kostecka) sprüht das KJT-Ensemble unter der Regie von Antje Siebers vor Spielfreude. Und auch Kinder (und Erwachsene), die nicht „tiefbegabt“ sind, schließen den etwas minderbemittelten Rico schnell in ihr Herz. Andreas Steinhöfel, der den preisgekrönten Jugendroman geschrieben hat, der für dieses Stück die Vorlage war, hat gesagt: „Ich kriege Lawinen von Post aus allen Schulformen, und jedes Mal steht da drin: Endlich fühlt und denkt mal einer so wie ich.“

Natürlich gibt’s auch wieder eine pädagogische Aussage: Auch Menschen, die nicht ganz so schlau sind, können etwas leisten (zum Beispiel einen Verbrecher fangen) – und: Wenn alle an einem Strang ziehen, geht das noch viel besser. Penetrant oder gar störend ist das nicht.

Andreas Schröter

www.theaterdo.de

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