Montag, 10. Oktober 2016

„Material und Struktur“: Schülerinnen und Schüler stellen ihre Arbeiten im Foyer des Museums Ostwall aus

„Material und Struktur“ heißt die Ausstellung zu einem Schulprojekt, die bis zum 13. November im Foyer des Museums Ostwall im Dortmunder U zu sehen ist. Rund 900 Schülerinnen und Schüler aus 40 Dortmunder Schulklassen haben sich kreativ mit den Oberflächen der sie umgebenden Alltagsgegenstände auseinandergesetzt.

Inspiriert durch die Sammlungspräsentation im Museum Ostwall gestalteten sie in der Werkstatt auf der UZWEI im Dortmunder U ihre eigenen Arbeiten und experimentierten mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen-Strukturen.

In der Sammlungspräsentation des Museums Ostwall gibt es Werke aus und mit ganz unterschiedlichen Materialien: Die Kinder und Jugendlichen entdeckten Kristalle, Plakatabrisse, pastose Farbschichten, Schnüre oder Plastik und sammelten ihre Erfahrungen und Ergebnisse in Forschungs- und Sammelboxen. Die Expedition durchs MO wurde anschließend auf den Außenraum um das Dortmunder U ausgeweitet, wieder mit besonderem Fokus auf Oberflächenstrukturen. Ihre Eindrücke und Erfahrungen hielten die Schülerinnen und Schüler mit künstlerischen Methoden wie Collagen und Frottagen fest.

Die großzügige Förderung von DEW21 ermöglichte die Entwicklung und Umsetzung dieses kostenfreien Bildungsprogramms, das Schülerinnen und Schülern beim intensiven und gestaltenden Erforschen von Kunst und Alltag begleitet.

Die Forschungs- und Entdeckerreise der Schülerinnen und Schüler:

Im Museum – Kunst, Alltag und Zufall

Die „Materialerforschung“ startete im Foyer des Museums Ostwall. Ein erstes Experiment verdeutlichte den Unterschied der beiden Begriffe „Material“ und „Struktur“. Die Kinder und Jugendlichen bearbeiteten das „Material“ Papier durch unterschiedliche Einwirkungen, wie beispielsweise Zerknüllen, Zerreißen, Durchdrücken, Falten. Es entstanden verschiedene „Strukturen“, die die Oberfläche des Papiers veränderten und dadurch ihre ästhetische Wirkung beeinflussten. Zur Archivierung ihrer Versuche und weiterer Skizzen und Fotos erhielt jede Klasse an dieser Station eine Forschungs- und Sammelbox.

Weitere Stationen waren die „Crystal Box“ des Künstlers und Chemikers George Brecht aus den Jahren 1976/79, an der sich die Kinder und Jugendlichen Gedanken über die Rolle des Zufalls im künstlerischen Prozess machten. Im Raum der Nouveaux Réalistes konnten sie das Relief von César o. T. skizzieren oder Alltagsgegenstände mit dem Plakatabriss „Palissade de trois planches“ (1959) von Raymond Hains vergleichen.

Im Bereich des Informel betrachteten die Kinder und Jugendlichen das 3-Ebenen-Farbobjekt (1957) von Gerhard Hoehme – Malerei mit dick und reliefartig aufgetragener Farbe. Die letzte Station im Museum führte zur monumentalen Installation „Environment structure“ (1968) des Künstlers Agostino Bonalumi. Das wandfüllende monochrom schwarze Relief besteht aus einer Kunststoffmembran, die von hinten durch halbrunde Formen in einer rhythmischen Abfolge gedehnt und verformt wird. Die Kinder und Jugendlichen erstellten selbst eine „Environment Structure“, indem sie hinter einem großen, elastischen, schwarzen Tuch mit unterschiedlichen Körperteilen Ausbuchtungen formten.

Rund um das Dortmunder U

Bei der Strukturensuche rund um das Dortmunder U bestand die Herausforderung darin, besonders die Strukturen alltäglicher Dinge zu sammeln, die im Alltag nicht gesehen werden und sie mit der Frottage-Technik sichtbar zu machen. Die Kinder und Jugendlichen suchten nach Oberflächen, die eine interessante Struktur aufweisen, und rubbelten diese mit bunten Wachsmalblöcken auf farbigen Papieren durch. So konservierten sie farbige Muster, Gitterstrukturen und Spuren von Alltagsgegenständen, etwa Schuhsohlen oder Holzbrettern.

In der Kunstwerkstatt

In der Kunstwerkstatt auf der UZWEI kombinierten die Kinder und Jugendlichen ihre gesammelten Strukturen mit selbst hergestelltem Material. Dazu begutachteten sie, welche Elemente und „Qualitäten“ auf den Papieren sichtbar werden, z.B. Muster oder Fragmente von Schrift. In einem zweiten Schritt klebten sie die Frottage-Elemente auf quadratische Malpappen auf und ergänzten ihre Kompositionen schließlich mit farbiger Spachtelmasse, die in allen Spielarten aufgetragen wurde. So entstanden über 900 strahlend bunte Farbtafeln, auf denen gefundene und erzeugte Strukturen zu erkennen sind: Strukturen des Außenraums, pastose Farbflächen und zarte Linien, Kratzspuren, Farbschichten in unterschiedlichen Konsistenzen von krümelig bis hauchdünn und dreidimensionale Papier-Elemente.

Ausstellung im Museum

Die von den Jugendlichen gestalteten Farbtafeln werden bis zum 13. November 2016 als eine Gesamtinstallation im Foyer des Museums Ostwall im Dortmunder U präsentiert.

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