Freitag, 2. Dezember 2016

68. Band der „Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung“ zur Presse in Preußen erschienen

Das älteste wissenschaftliche Institut der Stadt, das Institut für Zeitungsforschung, hat einen weiteren Grund zu feiern: Im 90. Jahr seines Bestehens kam eine langjährige Grundlagenarbeit zum Abschluss. Frisch in der Institutsreihe („Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung“) erschien die mehr als 2.000 Seiten umfassende Bibliographie „Ostpreußische Presse von den Anfängen bis 1945“ von Gert Hagelweide – ein unverzichtbares Handbuch für alle, die sich mit der historischen Presse, der Medien- und Kommunikationsgeschichte des ehemaligen Preußen und mit ihren Akteuren beschäftigen wollen.

Das Handbuch umfasst die Presse der historischen Region um das publizistische Zentrum Königsberg, in der die deutschsprachige Presse dominierte – von der nach heutigem Wissen ersten Königsberger Zeitung von 1623, den „Avisen, Oder Wöchentliche Zeitung“ bis zum letzten NS-Propagandablatt mit Durchhalteparolen am Ende des 2. Weltkriegs. Dazu zählen Tageszeitungen und Wochenblätter, Zeitschriften und Jahrbücher, Intelligenzblätter und Amtspresse, Almanache, Kalender, Adressbücher und vieles mehr, systematisch und nach Verlagsorten gegliedert.

Leserinnen und Leser finden umfangreiche Informationen zu jedem Periodikum, das in deutscher, polnischer, litauischer oder hebräischer Sprache erschien, soweit sie bekannt und zu ermitteln waren. Denn gerade die Tagespresse ist selten lückenlos überliefert, nicht einmal in Bibliotheken und Archiven, und die Quellenverluste durch die Zerstörungen des 2. Weltkriegs sind nicht zu ersetzen. Neben den für bibliografische Nachschlagewerke üblichen Angaben (Erscheinungsdauer und -weise, Druckort und Drucker, Verlag, Herausgeber und Redakteure, Auflage, Beilagen usw.) sind auch Informationen z.B. zu Layout, Vertrieb und Verbreitungsgebiet enthalten. Besonders wertvoll werden die Bände durch die ausführlichen und sorgfältig zusammengetragenen Biografien der beteiligten Drucker, Verleger, Journalisten und anderer Akteure. Umfangreiche Titel- und Personenregister erleichtern das punktuelle Nachschlagen.

Auf zahlreichen Reisen und in unzähligen Korrespondenzen mit Archiven und Bibliotheken in Deutschland, Polen und Litauen kam unschätzbares Material zusammen. Das Handbuch der ostpreußischen Presse wird als Nachschlagewerk für Jahrzehnte konkurrenzlos bleiben.

Das 1926 gegründete Institut für Zeitungsforschung der Stadt Dortmund ist mit seinen umfangreichen Sammlungen zur Medien- und Kommunikationsgeschichte national wie international als Forschungs- und Bildungseinrichtung anerkannt. Im Institut werden Originalbände und Mikroverfilmungen von mehreren Tausend Zeitungs- und Zeitschriftentiteln archiviert. Die Fachbibliothek führt rund 200 aktuelle Tages- und Wochenzeitungen, Fach- und Publikumszeitschriften.

Gert Hagelweide: Ostpreußische Presse von den Anfängen bis 1945: Titel, Bestände, Daten, Biografien, Literatur. 2 Bände (Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung, Band 68), Berlin u.a.: de Gruyter Saur 2016.

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