Montag, 23. Januar 2017

Theater im Depot: "B.A. Bitches" vor der Premiere

Szene aus "B.A. Bitches"
Foto: Christine Köck
Im Theater im Depot findet diesen Freitag schon die zweite Premiere des neuen Jahres statt. Das junge professionelle Theaterkollektiv „Komplott Legal“ bringt am Freitag, den 27.01.2017 um 20 Uhr ihre dritte Produktion auf die Bühne. Und die wird jung, wild und kritisch.

Das collagenhafte Performance-Stück kreist um zwei junge Damen auf dem Weg zum Bachelor, die ein Theaterkollektiv gründen und ihr Leben im Off-Theater beleuchten, das B.A.-Universitätsleben und ihr Leben im Umbruch vom Studium in den Beruf mit der Suche nach sinnvoller politischer Auseinandersetzung im Hier und Jetzt. Was treibt die beiden an?



„Wir gründen ein Theaterkollektiv und wollen die Bretter unserer Stadt stürmen! Doch wie kommt man da rauf? Wie viele Steine knallen uns vor die Füße, wie lange arbeiten wir für umsonst, für die Kunst, für unsere Selbstverwirklichung?
Wir sind mutig, wir sind leistungsstark, wir scheuen kein Risiko, wir machen politisches Theater. Wen interessiert‘s?

Wir sind jung – im Hier und Jetzt –
wir sind wild – manchmal –
wir wollen doch nur spielen!
wir machen politisches Theater. Wen interessiert‘s?“

Die Studentinnen versuchen ihren Weg zu finden zwischen der Suche nach individuellem Glück und dem Engagement für das politische Theater, zwischen den Erwartungen der Leistungsgesellschaft und dem Wunsch nach echten Erfahrungen; das Ganze natürlich im immer noch patriarchalen System, das auch vor dem Theater oder der Universität nicht Halt macht – im Gegenteil. Die politische Aktivistin Nadja Tolokonnikowa von Pussy Riots diente hier als Vorbild mit ihrem Werk „Anleitung für eine Revolution“, in der sie erklärt wie man sich ein Wort wie bitch oder Miststück „zurückholt“ und es sich so im feministischen Sinne positiv aneignet.

"Regel Nummer 5: Be a real bitch!
Ein Wort wie bitch oder Miststück handelt von Macht. Es wird mit Ehrfurcht oder Zorn ausgesprochen und bezieht sich auf Frauen, die sich ihr Bild von der Welt gemacht und entschieden haben, sich zu nehmen, was sie wollen. Das gilt allzu oft als etwas Schlechtes. Frauen werden dazu erzogen, anderen den Vortritt zu lassen. Also holen wir uns das Wort zurück."

Zwar sind die beiden Studentinnen fiktive Figuren, ein großer Teil des Stückes wurde jedoch ausgehend von dem eigenen Erfahrungshorizont entwickelt – die Auseinandersetzung mit den Themen verspricht also höchst authentisch zu werden.

Hinter B.A. Bitches stehen fünf Frauen, die man als wahre Multitalente bezeichnen kann: Die Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin Isabel Stahl führte Regie, für die Ausstattung ist Modedesignerin, Bühnen- und Kostümbildnerin Theresa Mielich zuständig, verantwortlich für Grafik ist die Theaterpädagogin und systemische Sozialtherapeutin Christine Köck, und auf der Bühne stehen Fatima Talalini, die auch als Poetry Slammerin bekannt und prämiert ist, sowie Lioba Sombetzki, die außerdem als Theaterpädagogin, Yogalehrerin und Dramaturgin arbeitet.

B.A. Bitches ist eine Produktion von KomplottLegal in Zusammenarbeit mit dem Theater im Depot Dortmund.

Gefördert durch das Kultubüro Dortmund, die Sparkasse Dortmund und die Rosa Luxemburg Stiftung NRW.

Premiere: FR 27.01.2017 um 20 Uhr
Eintritt Premiere:
VVK 15 € / 8 € erm.
AK 17 € / 10 € erm.
Weitere Vorstellungen:
SA 28.01.2017 um 20 Uhr
FR 24.02.2017 um 20 Uhr
DO 09.03.2017 um 20 Uhr
Eintritt:
VVK 14 € / 8 € erm.
AK 16 € / 10 € erm.
Regie / Produktion: Isabel Stahl
Mit: Lioba Sombetzki & Fatima Talalini
Ausstattung: Theresa Mielich
Dramaturgie / Grafik: Christine Köck

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