Samstag, 4. März 2017

„Die Zone oder Die Urbanisierung des Wassers“: Foto-Installation in den Laubengängen des Rombergparks

Gine Selle in ihrer Installation in den Laubengängen
 des Botanischen Gartens Rombergpark. 
Foto: Katrin Pinetzki / Stadt Dortmund
Die Laubengänge im Rombergpark verwandeln sich für die nächsten Monate in ein Kunst-Aquarium: Die Dortmunder Künstlerin Gine Selle nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Forschungsreise durch unberechenbare Wildnis und urbanisiertes Wasser. Ihre Ausstellung „Die Zone oder Die Urbanisierung des Wassers“ eröffnet am Sonntag, 5. März, 12 Uhr und wird mindestens zwei Monate lang in den Laubengängen im Botanischen Garten Rombergpark zu sehen sein – in Abhängigkeit von der Witterung auch länger.

Die Ausstellung besteht aus rund 60 Motiven, gedruckt auf 1,70 Meter hohe wetter- und reißfeste LKW-Plane. Zu sehen sind Collagen aus inszenierten Unterwasserfotografien, kombiniert mit gezeichneten Phantasie-Mikroorganismen. Die Foto-Aufnahmen entstanden in der Umgebung des Attersees im Salzburger Land sowie auf dem Schultenhof in Dortmund. Das Projekt entstand im Auftrag der Stadt Dortmund und mit Unterstützung des Rombergparks sowie der Freunde & Förderer des BGR e.V. Die Laubengänge liegen in ca. 700 Metern Entfernung vom Torhaus Rombergpark.

Wer „Die Zone“ im ersten Teil des L-förmig angelegten Laubengangs betritt, dem scheint Gefahr zu drohen, der stößt auf unberechenbare Wildnis und verwachsene Biotope. Großflächige Motive – Collagen aus Unterwasseraufnahmen, Insekten und Spielzeugtieren, kombiniert mit phantastischen, überdimensionierten Mikroorganismen – bilden die eine Hälfte des Kunstaquariums, vor dessen Betreten der Besucher gewarnt wird: „Achtung, Sie betreten die Zone!“.

Im anderen Teil des Laubengangs wird der Besucher freundlich begrüßt: „Willkommen im urbanisierten Wasser!“ In dieser Unterwasserwelt tummeln sich Nutztiere, Architektur- und Technikelemente: Rinder, Schweine, Hühner und Ziegen starren den Besucher durch Zäune und Beton an, LKW ziehen vorbei – vertraute Normalität mitten im Wasser, das Wasser langsam knapp zu werden scheint.

Mitten in den romantischen Laubengängen des Botanischen Gartens lockt die Künstlerin die Spaziergänger in eine farbig-leuchtende Parallelwelt, die Fragen aufwirft nach Natur und Kunst, Natürlichkeit und Künstlichkeit – und der Verortung des Menschen darin.

Gine Selle (Jahrgang 1966) ist bildende Künstlerin und Autorin. Nach einer Lithografenausbildung absolvierte sie ein Studium zur Objekt-Designerin an der FH Dortmund. Sie lebt in Dortmund und im Bayerischen Wald. Mehr zur Künstlerin unter

www.GineSelle.de und www.heimatlabor.de

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