Dienstag, 14. März 2017

Ein rauschender (Film-)Abend mit den Dortmunder Philharmonikern

Bild: Magdalena Spinn
„Mit über 1400 Zuhörern ausverkauft“ meldeten die Dortmunder Philharmoniker für ihr 2. Konzert für junge Leute am Montag im Konzerthaus mit den Hollywood-Hits – also mit der Filmmusik aus Blockbustern wie „Harry Potter“, „Avatar“ oder „Fluch der Karibik“.

Und es wurde ein rauschender Musikabend, den das junge Publikum gebührend feierte und lautstark bejubelte. Bei einem solchen Konzert herrscht eine ganz andere Grundstimmung als bei den Philharmonischen Konzerten.

Alles wirkt frischer, frecher, unbekümmerter, lebendiger, lauter und auch fröhlicher. Da machte es dann auch nichts – oder sagen wir besser fast nichts –, dass die Zuhörer leise Stellen mehrfach schon für das Ende eines Stücks hielten und wild hineinklatschten.

Es ist schwer zu sagen, welche Stücke am besten ankamen. Bei Klaus Babelts Fluch-der-Karibik-Suite brach schon Jubel aus, als Moderator Johannes Döbbelt das Stück nur ankündigte. Sehr schön aber auch die Interpretation von Harold Arlens „Somewhere over the rainbow“ aus dem Film „Der Zauberer von Oz“ mit Sängerin Viviane Essig oder James Roy Horners Avatar-Suite mit dem Dortmunder Opernchor und Solo-Flötistin Anne Horstmann.

Schwierig beim Aufführen von Filmmusik – im Gegensatz zur echten Klassik – ist die Rechte-Situation. Wer so etwas vor einem zahlenden Publikum spielen will, muss oft richtig viel an Geld ausgeben. Wohl auch deshalb nahmen die Philharmoniker einige ältere Stücke ins Programm: wie Tschaikowskys „Tanz der Zuckerfee“ oder auch Erich Wolfgang Korngolds Musik aus einem alten Errol Flynn-Piratenfilm von 1940 (The Sea-Hawk). Viel Spaß machten auch diese Melodien. Und als Zugabe gab’s ein weiteres Stück aus Harry Potter.

Insgesamt war dieser von GMD Gabriel Feltz dirigierte nur eineinhalb Stunden lange Abend ein voller Erfolg. Die Philharmoniker sollten sich überlegen, ein solches (Unterhaltungs-)Programm öfter aufzuführen (falls es die Rechte-Situation erlaubt). Filmmusik kann eine gute Brücke zur echten Klassik sein. Sicher lassen sich mit dieser Einstiegsdroge jüngere Zuhörer auch für andere Musik interessieren. Ich selbst bin auch erst durch Geisterjäger John Sinclair zu einer Leseratte von Hochliteratur geworden. 

www.doklassik.de

Andreas Schröter

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