Donnerstag, 2. März 2017

Galerie Fischer im Depot zeigt Arbeiten von Babette Martini und Hanfried Brenner

"Small Tool" von Babette Martini
In der Galerie Fischer im Depot eröffnet Freitag (3.3.), 19 Uhr, im Rahmen der Reihe "Depot stellt sich vor" eine Ausstellung mit Werken von Babette Martini und Hanfried Brenner.

Wenn man Babette Martini und Hanfried Brenner zuhört wie sie ihr Kennenlernen beschreiben, dann klingt das ein wenig wie eine Liebesgeschichte. Nur haben Sie sich nicht ineinander, sondern in die Arbeitsweise des anderen verliebt, in der sie sich jeweils wiederfinden können.

So kommt es, dass sie gemeinsam in der Reihe "Depot stellt vor" ausstellen - Hanfried Brenner, der sein Atelier im Depot schon seit langen Jahren bewohnt und Babette Martini, die für gewöhnlich im Union Gewerbehof zu Hause ist. Zwar sind ihre Arbeiten auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, ihr gemeinsames Thema ist jedoch ihre besondere Beziehung zum Medium, zur Stofflichkeit des Materials. Martini und Brenner gehen in den Dialog mit dem Material und lassen es einen Spielpartner sein in der Entstehung ihrer Kunst. "Ich hab es aufgegeben mit dem Ton zu schimpfen" , sagt Martini, die neben ihren Objekten aus Terracotta sitzt. Rau, roh und beinahe urtümlich sehen diese aus, der Ton ist gebrochen, an einigen Stellen schimmern Stofffasern hervor. "Ich untersuche die Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt". In diesem Fall wurde Martini von Schaufeln inspiriert, Werkzeug also, mit dem der Mensch eine Verlängerung seines eigenen Körpers erwirkt. Wenn man ihre Objekte betrachtet nimmt diese Metaphorik plastisch Gestalt an - so erinnern die Werke mal an Werkzeug, mal an menschliche Hände und ambivalente Gefühle stellen sich bei der Betrachtung ein. "Wir machen ja beide keine schönen Sachen" , sagt Hanfried Brenner, während im Hintergrund sein Gemälde wie ein Mahnmal seine dramatische Wirkung entfaltet. Das berühmte Gedicht "Die Todesfuge" von Paul Celan hat er hier verarbeitet und die traurigen Zeilen, die den Opfern des nationalsozialistischen Holocaust gedenken, wieder und wieder auf die Leinwand geschrieben, "als Zeichen dafür, dass dieses Thema nicht zu bewältigen, nicht abzuschließen ist.". Das ist Brenner, der schon immer ein politischer Mensch war, ein wichtiges Anliegen - grade in Zeiten in denen Populisten öffentlich dafür plädieren, dieses grausame Stück deutscher Geschichte nicht weiter zu thematisieren. Über die Zeilen Celans hat der Künstler gelbe Farbe laufen lassen und eine unbestimmte Traurigkeit geht von dem großen Gemälde aus.

Brenner und Martini über ihre Arbeitsweise sprechen zu hören ist spannend. Gelegenheit dazu und selbstverständlich zum Austausch haben die Besucher ihrer Ausstellung diesen Freitag, den 03.03. bei der Vernissage um 19 Uhr oder Dienstags, Donnerstags oder Sonntags von 15 bis 18 Uhr noch bis zum 26.03. Der Eintritt ist frei.

Hanfried Brenner (*1943) studierte 1963 bis 1968 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Ernst Geitlinger und Georg Meistermann. 1968 verzichtete er auf die künstlerische Arbeit zugunsten politischer Projekte. Mitte der Achtzigerjahre entwickelte er einen künstlerischen Neubeginn mit einer regelmäßigen Ausstellungstätigkeit seit 1989. Von 1990 bis 1996 war er Vorsitzender des BBK für Westfalen. Seit 1992 Mitwirkung an der Entstehung und Entwicklung des Dortmunder Kulturzentrums Depot.

http://www.hanfried-brenner.de

Babette Martini (*1959) hat 1987 bis 2011 in Großbritannien gelebt und gearbeitet. Sie studierte Kunst an , an der Bath Spa University und Cardiff Metropolitan University. Sie unterrichtete bildende Kunst unter anderem an der Cardiff Metropolitan University und an der Central St Martins University of the Arts, London. Als Bildhauerin hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten und stellt ihre grafischen und plastischen Arbeiten international aus. Seit Ende 2011 hat sie ein Atelier in Dortmund.

babettemartini.com

Termin: FR 03.03. bis SO 26.03.2017
Vernissage: FR 03.03. um 19 Uhr
Öffnungszeiten Ausstellung:
DI / DO / SO von 15 bis 18 Uhr
Finissage: So 26.03. von 17 bis 19 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Galerie Dieter Fischer
Kontakt: Hanfried Brenner, Tel. 0231 / 12 95 47

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