Sonntag, 12. März 2017

Schauspiel im Megastore: Theaterpartisanen 16+ und Tanztheaterwerkstatt 4D bieten bei "Surprise Meetings" abwechslungsreichen Abend

Szene aus "Surprise Meetings". Foto: Szekely
„Surprise Meetings“ heißt ein Stück, das die Theaterpartisanen 16+ am Schauspiel unter der Leitung von Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak zusammen mit der Tanztheaterwerkstatt vier.D unter Leitung von Birgit Götz erarbeitet haben. Uraufführung war am Samstag im Megastore.

Man merkt diesem collageartigen Stück an, dass die Jugendlichen selbst es erarbeitet haben. Es handelt von den Themen, die Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren (offenbar) am meisten interessieren – da gibt’s keinen irgendwie gearteten Erwachsenen-Filter.

Fragen nach dem Sinn von manchem, was man in der Schule lernt (Wofür brauche ich später noch Mathe?) kommen dabei genauso vor wie das Diktat der Mode, der Kaufzwang oder die Probleme beim Finden eines Partners. Ein Junge wendet sich der rechten gewaltbereiten Szene zu, ein anderer kleidet sich ganz in schwarz und blickt in düsteren Gedanken auf sein Leben. Man ist für den Umweltschutz.

Weil das Stück abwechselnd aus schauspielerischen Elementen und Tanzchoreographien besteht, kann Langeweile gar nicht erst aufkommen. Die jungen Akteure arbeiten mit wirkungsvollen theatralen Mitteln wie einer Handpuppe, einer kleinen Kamera, mit der die Gesichter der Akteure auf zwei riesige Leinwände projiziert werden, und mit vorproduzierten Video-Sequenzen. Am Ende werden sogar die Zuschauer in einer kleinen Umfrage mit einbezogen.

Das alles ist richtig aufwändig und gut gemacht – allerdings durchzieht die gesamte Produktion auch eine gewisse Düsternis, eine durchgehende Wut auf alles und jeden und eine weitgehende Humorlosigkeit. Es wäre verdammt schade, wenn Jugend heute tatsächlich nur aus diesen Elementen bestünde.

Mitwirkende: Sam Gielisch, Dejan Hauch, Jana Kamm, Rafael Reis, Niklas Krause, Adriana Janina Ledda, Lara Möhl, Marlene Unterfenger, Lara Busche, Johanna Klammer, Rosa Lizmowski, Adriana Reinecke, Sarah Sorhagen, Lotta Severin und Henrike Tönnermann.


Andreas Schröter

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