Samstag, 22. April 2017

Das Theater im Depot im Zeichen der Vielfalt

Das Theater im Depot in der Dortmunder Nordstadt, bemüht sich stetig, neben seinem künstlerischen Anspruch, mit seinem Programm auch sozialen Zielen gerecht zu werden und einen Beitrag zu leisten zu der Verständigung zwischen den Kulturen, Inklusion und Integration.

Bekanntes Beispiel dafür ist natürlich das jährlich im Sommer stattfindende Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem“, das gemeinsam mit vielen weiteren Kooperationspartnern in Dortmund stattfindet. Doch natürlich finden auch im Rest des Jahres im Theater im Depot Veranstaltungen statt, die im Zeichen der Vielfalt stehen.

Im Folgenden eine Auswahl aus April und Mai:

DO, 27.04. um 20 Uhr: Couchsurfing im Iran – Autorenlesung mit Stephan Orth

SA, 29.04. um 16 Uhr: Erinnerungen – Gehörlosentheater Dortmund (Inklusionstage)

SO, 30.04. um 18 Uhr: Heimatspuren – Kompanie Windspiel (Inklusionstage)

FR, 05.05. um 20 Uhr &
SA, 06.05. um 20 Uhr: Einfach frei?! – Integratives Theaterprojekt

SO, 07.05. um 18 Uhr: Autorenlesung: Firas Alshater – Ich komm auf Deutschland zu

SO,14.05. um 17 Uhr: Bekci – Theaterstück in kurdischer Sprache

FR, 26.05. um 19 Uhr: Anatolischer Musikabend (Türkü Dinletisi)
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COUCHSURFING IM IRAN
AUTORENLESUNG MIT STEPHAN ORTH


»Stephan Orth ist mit ›Couchsurfing im Iran‹ ein wunderbares Buch über dieses Land im Schwebezustand gelungen.« (Süddeutsche Zeitung)

Iran: Urlaub auf der »Achse des Bösen«

Es ist offiziell verboten. Trotzdem reist Stephan Orth als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen, erlebt irrwitzige Abenteuer – und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt. Denn die Iraner sind nicht nur Weltmeister in Sachen Gastfreundschaft, sondern auch darin, den Mullahs ein Schnippchen zu schlagen.

Eine Bikiniparty in der Pilgerstadt Mashhad, eine Übernachtung neben dem Atomkraftwerk Bushehr, ein Sadomaso-Geheimtreffen in Teheran: Im Iran erlebt Stephan Orth Abenteuer, die kein Reiseveranstalter jemals in seinen Katalog schreiben würde. Als Couchsurfer tauscht er Hotel gegen Privatquartier und lernt das Land so von seiner ganz privaten Seite kennen. Denn hinter verschlossenen Türen fällt der Schleier und mit ihm die Angst vor den Sittenwächtern.

Ob beim Rotwein-Besäufnis mit einem persischen Prinzen oder bei einem Wohnzimmer-Date mit versammelter Großfamilie, im stinkenden Schmugglerbus oder im rasenden Kleinwagen: Jede neue Begegnung fügt sich als Puzzleteil ein in das Gesamtbild eines Landes, dessen Realität komplett anders ist, als die Klischees vermuten lassen. Und schließlich werden noch zwei der letzten Geheimnisse aufgedeckt: wie die Einheimischen es anstellen, in einer Apotheke Wodka zu kaufen – und warum sie die unsägliche Popgruppe Modern Talking so lieben.

Ein mitreißend erzählter Reisebericht über die kleinen Freiheiten und großen Sehnsüchte der Iraner.

Termin: DO 27.04.2017 um 20 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Theater im Depot

Eine Veranstaltung der AWO in Kooperation mit Theater im Depot.
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So ein Theater!
Inklusionstage im Theater im Depot


Wir wagen es wieder in der Dortmunder Nordstadt und laden zu einem kreativen „Theater Trip" ein.
Am Samstag präsentieren wir um 16 Uhr die Komödie "Erinnerungen", ein Gastspiel des Gehörlosentheater Dortmund. Am Sonntag um 18 Uhr begleiten wir die fähigkeitsgemischte Kompanie Windspiel bei ihrer Suche nach „Heimatspuren".

Erinnerungen
von Moritz Brandner
Gehörlosentheater Dortmund

„Erinnerungen" ist eine Komödie um das Leben zweier alter Damen. Die fast hundertjährige Mutter Agnes und ihre über siebzig jährige Tochter Margarete, haben ihr gesamtes Leben in Kartons verpackt. Diese Kartons und Schachteln stapeln sich in ihrer Wohnung. Um in ihrem Zuhause wieder Platz zu schaffen, beschließt Margarete endlich aufzuräumen. Der Neffe Pit soll, auf Anweisung von seiner Tante, alle Kartons nach einer gründlichen Bestandsaufnahme entsorgen. Dabei fördert diese Inventur nicht nur die abgelegten Sachen ans Licht, es entwickelt sich auch eine Inventur des abgelebten Lebens und schließlich wird auch die sich in gegenseitiger Abhängigkeit fesselnden Mutter-Tochter Beziehung überprüft. Am Ende suchen sie in der Aufarbeitung ihrer gemeinsamen Geschichte die Erlösung aus der zum Gefängnis gewordenen Mutter – Tochter Beziehung

Vorstellung: SA 29.04.2017 um 16 Uhr
Eintritt: VVK 15,-€ / AK 18,-€
Ort: Theater im Depot
Regie: Peter Feuerbaum
Mit: Brigitte Piering, Gabi Wiencek, Armin Reddig, Alexandra Madej und Alex Madej

Gefördert von: Kulturbüro Stadt Dortmund, Aktion Mensch, NRW-Stiftung 
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Heimatspuren
Kompanie Windspiel


Das Projekt „Heimatspuren" verfolgt Herkunftsgeschichten und Heimatempfindungen von Mitgliedern der Kompanie, die aktuell aus 21 fähigkeitsgemischten Darstellerinnen und Darstellern besteht.
Auf der Grundlage von Gesprächen, Assoziationen und Emotionen erfolgt eine Umsetzung in Tanz, Bewegungstheater und Performance. Besuche an markanten Orten der Ruhrgebietsentwicklung gaben der Kompanie Anregungen zur Beschäftigung und Auseinandersetzung mit ihrer Kultur, ihrer Herkunft und dem, was sie unter Heimat denken und fühlen.
Das laufende Tanz- und Bewegungstheater-Projekt schlägt Brücken zwischen Kulturen, lässt Begegnungen und Auseinandersetzungen entstehen und wirken und trägt zur Entwicklung eines inklusiven Bewusstseins bei. Nicht nur gemischte Fähigkeiten, sondern auch die für das Ruhrgebiet typische gemischte Herkunft und die bunte Vielfalt seiner Bevölkerung wird aufgegriffen und dem Zuschauer erlebbar gemacht.

Vorstellung: SO 30.04.2017 um 18 Uhr
Eintritt: 12 € / erm. 8 €
Ort: Theater im Depot
Künstlerische Leitung: Ute Mittelbach
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Einfach frei?!
Ein integratives Theaterprojekt


Kann man Freiheit kaufen? Ist Freiheit langweilig? Wie hängen Freiheit und Verantwortung zusammen? Ein international besetztes Theaterstück mit 30 Frauen aus 15 Ländern baut Bilder, stellt Fragen und erzählt aus dem Leben, von Flucht, Träumen, (Zu)Wanderung und den Unterschieden. Im Zentrum dabei das Thema „Freiheit" und was diese für uns heute bedeutet. Angeleitet von Kai Bettermann & Lene Harlan wurden über zwölf Wochen die Texte, Requisiten und Kostüme gemeinsam mit dem Ensemble entwickelt. Der Rote Faden ist das echte Leben. Schauen Sie rein!

Das Projekt wurde durchgeführt im Rahmen eines Kooperationsprojektes des Ev. Bildungswerks.

Vorstellungen:
FR 05.05.2017 um 20 Uhr
SA 06.05.2017 um 20 Uhr
Eintritt: VVK 12 € / 8 € erm.
AK 14 € / 10 € erm.
Ort: Theater im Depot
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Autorenlesung: Firas Alshater liest
Ich komme auf Deutschland zu


„Ich hab genug Hass gesehen. Mit Lachen und Humor erreicht man viel mehr."

Firas Alshater ist ein ganz normaler Berliner mit Hipsterbart und Brille, ein Comedian und erfolgreicher YouTuber. Mit seinem Video »Wer sind diese Deutschen?« erreichte Firas Alshater in wenigen Tagen mehr als eine Millionen Menschen bei YouTube und Facebook. Nur, dass er bis vor zwei Jahren in Syrien für seine politischen Videos sowohl vom Assad-Regime als auch von Islamisten verhaftet und gefoltert wurde. Er ist vor Krieg, Terror und Gewalt geflohen und kam nach Deutschland. Hier versucht er nun, sich ein neues Leben aufzubauen.

In seinem Buch schildert Alshater mit viel Humor und ernstem Kern, was es heißt, als Flüchtling in unser Land zu kommen und sich an das Leben hier anzupassen. Seitdem versucht er, uns zu verstehen: das Pfandsystem, private Briefkästen, Fahrkartenautomaten und die deutsche Sprache. Doch als sein Bruder mit Familie über das Mittelmeer nach Europa kommt, erkennt Firas: „Ich bin schon total deutsch".
Kann also noch was werden mit uns und diesem neuen Land. Von seinen Erlebnissen in Deutschland und Syrien erzählt Firas witzig, tragikomisch, offen und immer liebenswert frech. Er zeigt, was er an uns Deutschen schätzt und warum es sich lohnt, ihm zuzuhören. Seine Botschaft lautet: Zusammen schaffen wir das.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Kobi Seminare e.V.

Termin: SO 07.05.2017 um 18 Uhr
Eintritt: 10 € / 5€ erm.
Ort: Theater im Depot
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Bekçi
Theaterstück in kurdischer Sprache


Bekci behandelt die Sprachbarrieren und Kulturunterschiede zwischen einem türkischen Polizeichef, seinem Kurdisch / Zazaki sprechenden Helfer und einer Kurdisch / Zazaki sprechenden Frau. Trotz ernstem Kern und politischem Hintergrund darf man sich auf eine gehörige Prise Comedy freuen, wenn die Protagonisten sich trotz aller Bemühungen immer wieder falsch verstehen.

Laut UNESCO zählt Kurdisch Zazaki/Kirmancki zu der vom Aussterben bedrohte Sprachen.
Die Bezeichnung Zazaki/Kirmancki hat sich in den letzten Jahren überwiegend durchgesetzt, wird aber unter anderem auch Zonê Ma, Dimilki und Kirdki genannt. Ein Großteil der Alevitinnen, besonders aus der Region Zentral-Dersim, welche in der europäischen Diaspora leben, spricht kirmancki/zazaki.
Im Zuge der Assimilationspolitiken der türkischen Regierungen ist der größte Teil der Menschen aus der Region zunächst in die Großstädte der Türkei, dann in die europäische Diaspora ausgewandert. Heute leben Kurden in der Welt verstreut, so dass der Erhalt der Sprache gefährdet ist.

Veranstaltet von DAKME e.V.

Vorstellung: SO 14.05.2017 um 17 Uhr
Eintritt: 15€ / Schüler: 10€
Ort: Theater im Depot
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Anatolischer Musikabend (Türkü Dinletisi)
mit Yeliz Ilter, Kurtulus Ilter und Ali Riza Cakmak


Anatolien ist auch in musikalischer Hinsicht vielfältig. Die Lieder aus Anatolien gehören zu den Melancholischsten auf der Welt. Im Alevitentum hat die Musik eine sehr hohe Bedeutung. Sie gibt Lebensfreude und spendet Trost in Zeiten der Not. Mit ihren teils religiösen Textinhalten und Klängen drücken sie ihre Sehnsucht nach einer besseren Welt aus. Sorgen, Nöte und Hoffnung spiegeln sich in den Liedern wider.

Die Sängerin Yeliz Ilter wird mit den Musikern Kurtulus Ilter und Ali Riza Cakmak diese Lieder auf der Bühne in den verschiedensten Sprachen präsentieren. Sie werden nicht nur alevitische Lieder spielen, sondern die musikalische Vielfältigkeit in Anatolien vorstellen.

Termin: FR 26.05.2017 um 19 Uhr
Eintritt: 10 €
Ort: Theater im Depot

Eine Veranstaltung der Alevitischen Gemeinde Dortmund in Kooperation mit dem Migrantinnenverein Dortmund e.V. im Rahmen des EVA-Projektes.

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