Samstag, 29. April 2017

Kino im U zeigt „Aus westlichen Richtungen“

Filmstill: Juliane Henrich
Im Rahmen der Offenen Fachhochschule zeigt das Kino im U am Dienstag, 9. Mai, 19 Uhr den Film „Aus westlichen Richtungen“ (Deutschland 2016). Passend zur Ausstellung „Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus“ des HMKV, die aktuell im Dortmunder U zu sehen ist, beschäftigt sich der Film mit der westdeutschen Nachkriegsarchitektur und Stadtplanung. Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit der Regisseurin Juliane Henrich (Berlin) und dem Architekten Benedikt Boucsein (Zürich).
  
Der Filmessay  geht von der kindlichen Frage aus, was "den Westen" mehr sein lässt, als eine Himmelsrichtung. Und legt dann Spuren davon frei, wie er sich als Gesellschaftsmodell in die bundesrepublikanische Nachkriegsgeschichte und -architektur eingeschrieben hat. Schwenks durch westdeutsche Stadtansichten wechseln ab mit Innenaufnahmen eines Hauses im Prozess der Auflösung.

In Fahrten über Autobahnen, Vorortstraßen und Industriegebiete werden die Schauplätze von Zersiedlung und autogerechter Stadt durchquert – zum Takt einer Musik, die auf den Grundtönen der Tagesschau-Melodie basiert. In den Suchbewegungen des Films pendelt die Erzählerin zwischen Reflexionen über moderne Architektur und Eigentumsverhältnisse zu kleinteiligen Szenen aus der Kindheit und der weitergereichten Erinnerung an ein „eingeklemmtes Westdeutschland".

Trotz seiner Anzweiflung erscheint der Westen im Film auch als kindlicher Sehnsuchtsort, in dem „alle noch an das gleiche Fernsehprogramm angeschlossen waren“. 

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