Sonntag, 18. Juni 2017

Kinder- und Jugendtheater: Pottfiction-Stück "Achtung.Liebe!" setzt gekonnt auf Spartenmix

Szene aus "Achtung.Liebe!" Foto: Carmen Körner
Vor sieben Jahren, bei der Ruhr2010, war eine der meistgestellten Fragen, welche der vielen schönen Kulturhauptstadtprojekte sich denn wohl längerfristig halten würden. Nun, eines, das es bis heute geschafft hat, ist das Mitmachprojekt „Pottfiction“ des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund. Auch das Consol Theater Gelsenkirchen, das Helios Theater Hamm, das Junge Schauspielhaus Bochum, das Theater Kohlenpott Herne und das Theater Hagen sind daran beteiligt.

Samstag war Premiere der 2017er-Produktion „Achtung.Liebe!“ im KJT an der Sckellstraße. In dem nur etwa 50 Minuten kurzen Stück beschäftigen sich zehn Jugendliche unter der künstlerischen Leitung von KJT-Leiter Andreas Gruhn sowie von Oliver Sproll und Felix Bürkle mit der Liebe und dem Gegenteil davon. Warum gibt es so viel Kälte, Hass, Einsamkeit und Ausgrenzung auf dieser Welt? Dabei bedienen sich die Akteure einer ganzen Bandbreite von spartenübergreifenden künstlerischen Ausdrucksformen. Sie tanzen, schauspielern, machen Musik und bringen Formen von Pantomime oder Performance auf die Bühne. Die Masken, die sie zwischendurch tragen, bringen anschaulich das Starre, die Verstellungen und die Lügen zum Ausdruck, die in der Welt, wie viele Jugendliche sie sehen, so allgegenwärtig sind.

Beeindruckend ist eine Szene, in der die Darsteller einfach nur die Anzahl der Toten und Verletzten vom Blatt ablesen, die es bei den jüngsten Terroranschlägen auf der ganzen Welt gegeben hat. Das Schlimme daran: Alles ist echt, nichts erfunden.

Andererseits – als Gegenentwurf davon sozusagen: Wenn jemand fällt, wird er von der ganzen Gruppe aufgefangen. Auch das wird von den Jugendlichen sehr schön dargestellt. Insgesamt eine Produktion, der man anmerkt, dass die Laiendarsteller dafür intensiv geprobt haben. Alles wirkt gut einstudiert und wie aus einem Guss. Gelungen!

Mitwirkende sind: Franca Fischer, Lea Bücker, Fatma Yavas, Annalena Lipinski, Sören Dirb, Tabea Stockbrügger, Lucia Danileit, Jascha Loos, Patrick Zajac, Sarah Michalski.

Andreas Schröter

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