Mittwoch, 5. Juli 2017

Dortmunder Philharmoniker bieten mit Mahler-Musik zum Spielzeitabschluss beeindruckendes Konzerterlebnis

Die Damen des Opernchores sind beim
10. Philharmonischen Konzert mit von der Partie.
Foto: Anke Sundermeier
Wow, was für ein starkes Konzerterlebnis! Wie schon im vorigen Jahr beendeten die Dortmunder Philharmoniker ihre Spielzeit beim 10. Philharmonischen Konzert mit Musik von Gustav Mahler. Im Sommer 2016 war es die 2. – die Auferstehungssinphonie – jetzt die 3. Und das Orchester kommt nicht nur mit einem Großaufgebot an eigenen Musikern, sodass die Bühne im Konzerthaus pickepackevoll besetzt ist, sondern sicherte sich noch zusätzlich die Dienste des Dortmunder Knabenchors, der Damen des Opernchores, der Damen des Kammerchors der TU Dortmund sowie von Mezzosopranistin Janina Baechle.


Es ist beeindruckend, dass in Dortmund eine solche Besetzung überhaupt möglich ist. Zu Lebzeiten Mahlers in den 1890er-Jahren war so etwas nur selten zusammenzubekommen, weswegen diese Musik damals auch kaum gespielt wurde.

Besonders ergreifend ist der zwar kurze, aber intensive Auftritt Janina Baechles im vierten Satz. Wunderbar, wie ihre dunkle Stimme in Zarathustras Nachtwandlerlied „O Mensch! Gib acht!“ von Friedrich Nietzsche mit dem Orchester harmoniert.

GMD Gabriel Feltz, der das Konzert dirigierte, hatte sich ein paar Gags einfallen lassen. So kommt einmal ein langsam verhallendes Trommelsolo aus den Gängen im ersten Rang, auf denen die Zuhörer sonst ihre Pause verbringen, und der Bläser des romantischen Posthorns, das in dieser Komposition ebenfalls zum Einsatz kommt, ist wohl im hinteren Bereich des zweiten Oberrangs versteckt und von unten gar nicht zu sehen.

Für das Orchester birgt diese Komposition höchste Schwierigkeitsgrade, die es gekonnt meistert. Für den Zuhörer bedeutet das – auch wegen des Reichtums an Abwechslung höchster Musikgenus. Im einen Moment ist die Musik fast meditativ und traurig, im nächsten Satz jubiliert sie, unterstützt von Damen- und Knabenchören. Es macht Spaß zu sehen, wie engagiert und voller Inbrunst die Jungs vom Knabenchor in ihren roten Pullovern auf der Empore hinter der Bühne zu Werke gehen.

Gabriel Feltz erzählte im Vorgespräch, dass er sich in seiner ersten Spielzeit als Dortmunder GMD noch nicht an Musik von Mahler getraut habe, weil er das Orchester zunächst habe kennenlernen wollen. Seit seinem zweiten Amtsjahr jedoch gibt’s jedes Jahr Mahler. In der kommenden Spielzeit sogar doppelt: Bereits im 1. Philharmonischen Konzert am 10. und 11. Oktober ist die 4. Sinfonie zu hören, und zum Abschluss am 3. und 4. Juli 2018 erklingt die 8., die „Sinfonie der Tausend“ – auch wieder mit Riesenbesetzung.

Nach der Sommerpause geht es für das Orchester, das in dieser Spielzeit erneut seinen Zuhörerschnitt steigern konnte, aber zuerst mit den Cityring-Konzerten vom 1. bis 3. September weiter – open Air auf dem Friedensplatz.


Andreas Schröter

Kommentare:

  1. Dezenter Hinweis:
    Es handelt sich nicht um die Frauen des Frauenchors der TU Dortmund, sondern die des Kammerchors der Uni.

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    1. Klar! Flüchtigkeitsfehler. Ist geändert. Vielen Dank für den Hinweis!

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