Samstag, 15. Juli 2017

Konzerthaus-Chef unterschreibt Vertrag - Theater findet Direktor

Dr. Raphael von Hoensbroech (Mitte) mit Kulturdezernent
 Jörg Stüdemann und Bürgermeisterin Birgit Jörder,
 Vorsitzende des Aufsichtsrats des Konzerthauses Dortmund
In der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 13. Juli hat der Rat der Stadt zwei wichtige Personalentscheidungen getroffen. Dr. Raphael von Hoensbroech wird Intendant des Konzerthaus. Tobias Ehinger wird Direktor im Theater.

Ohne Gegenstimmen haben die Mitglieder des Rates Dr. Raphael von Hoensbroech zum Intendanten und Geschäftsführer des Konzerthauses Dortmund gewählt. 



Er wird zur Spielzeit 2018/19 nach Dortmund wechseln. Am Freitag, 14. Juli, haben von Hoensbroech und Birgit Jörder, Vorsitzende des Aufsichtsrates des Konzerthauses, den Sechs-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Weiterhin hat der Rat mit großer Mehrheit Tobias Ehinger zum künftigen Geschäftsführenden Direktor des Theaters Dortmund bestellt. Ehinger folgt auf Bettina Pesch, die zum 1. Oktober als Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Generalintendantin ans Theater Magdeburg wechselt. Ehinger ist zurzeit Ballettmanager in Dortmund.



Doppelbegabung


Von Hoensbroech, der zurzeit Geschäftsführender Direktor am Konzerthaus Berlin ist, stellte sich anlässlich seiner Vertragsunterzeichnung der Öffentlichkeit in Dortmund vor. Er soll auf Benedikt Stampa folgen, der von Dortmund als Intendant ans Festspielhaus Baden-Baden wechselt.

Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann freute sich über das umfassende positive Votum, das der Rat gegeben hatte. "Er hat damit der Findungskommission das Vertrauen ausgesprochen." Über von Hoensbroech sagte Stüdemann: "Er ist eine Doppelbegabung." Auf der einen Seite stehe er für gutes Management durch seine Erfahrungen als Unternehmensberater und Betriebswirtschaftler. Auf der anderen Seite sei er seit seiner Kindheit "in der Musik unterwegs". So hat von Hoensbroech unter anderem eine Ausbildung zum Dirigenten genossen und in Musikwissenschaft promoviert.


Lob für Benedikt Stampa


Stüdemann lobte auch die Arbeit des derzeitigen Konzerthauschefs Benedikt Stampa: "Wir sind ein vorzügliches Haus mit Premiumqualität. Stampa hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Der Nachfolger übernimmt eine große Aufgabe."

Von Hoensbroech schilderte, woher seine Liebe zu Konzerten stammt. So erlebte er in seiner Kindheit regelmäßige Besuche in die Kölner Philarmonie: "Für uns war das wie ein zweites Wohnzimmer", so der künftige Intendant.


Ein Biotop für Emotionen schaffen


Die Frage, ob "der Neue" nun alles anders mache, beantwortete von Hoensbroech so: "Veränderungen müssen immer einer inneren Logik folgen." Der Unternehmenssinn des Hauses liegt für ihn darin, hochwertige Musikveranstaltungen einem interessierten Publikum nahe zu bringen. Aber auch: "Wir wollen das Publikum emotional bewegen." Der Besucher solle anders aus dem Konzerthaus herauskommen als er hineingegangen sei. "Das ist für mich der Grund, warum ich für diesen Job brenne. Mit dem Team will ich ein Biotop dafür schaffen", unterstrich von Hoensbroech. Er wolle es dem Publikum einfach machen, damit etwas passiert im Saal.

Tobias Ehinger wird ab Oktober 2017 Geschäftsführender Direktor am Theater Dortmund. Der Rat der Stadt bestellte ihn in seiner
Tobias Ehinger
Sitzung am Donnerstag (13. Juli) und folgte damit dem Vorschlag der Findungskommission. Ehinger folgt auf Bettina Pesch, die als Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Generalintendantin ans Theater Magdeburg wechselt.

Tobias Ehinger ist seit 2004 als Ballettmanager am Theater Dortmund beschäftigt. Der gebürtige Tübinger studierte an der John-Cranko-Akademie Stuttgart, am Konservatorium der Künste in Prag, der Academie Princesse Grace in Monte Carlo und an der Hochschule für Darstellende Kunst Heidelberg-Mannheim, wo er 2000 mit Diplom im Klassischen und Modernen Tanz abschloss. Nach seiner Karriere als Tänzer am Stuttgarter Ballett und dem Aalto Theater Essen holte ihn Dortmunds Ballettdirektor Xin Peng Wang 2004 als Manager für das Ballett nach Dortmund.

Neben dem Spielbetrieb war er organisatorisch und wirtschaftlich verantwortlich für die Konzeption der eigenen Sparte Ballett, Planung und Umsetzung des Ballettzentrums Westfalen, des Seniorentanztheaters, des integrativen Jugendprojektes „Schoolmotions“, der Sommerakademie, des Jugendtanztheaters und des NRW-Juniorballetts. In dieser Zeit leitete er insgesamt 26 Ballettgalas sowie internationale Gastspielreisen und Kooperationen (u.a. New York, Moskau, Sankt Petersburg, Kazan, Minsk, Bratislava, Prag, Budapest, Cannes, Peking, Hong Kong, Paris, London, Helsinki).

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