Freitag, 14. Juli 2017

Theater im Depot beendet Spielzeit mit "Sprich mit mir"

Foto: Petra Aengenendt
Mit zwei Vorstellungen der neuen Produktion „Sprich mit mir“ am Donnerstag und Freitag hat nun auch das Theater im Depot seine Spielzeit 16/17 beendet. Es handelt sich dabei um eine Fortsetzung des Projektes „Schau mich an“ aus dem Frühjahr 2016.

Diesmal geht es unter der Regie von André Wülfing um alles, was das Leben in der Nordstadt ausmacht. Die Macher haben sich zu diesem Zweck an Nordmarkt, Borsigplatz und anderswo umgehört und streuen auch akustische Einsprengsel von dort in die Vorstellung ein.

Die Laien-Darsteller auf der Bühne sind Nordstadt-Bewohner und erzählen von der über 90-Jährigen, die unbedingt in ihren eigenen vier Wänden bleiben will, von Menschen, die in fernen Ländern Schlimmes erlebt haben, oder von den Schwierigkeiten beim Sich-Näherkommen – in der Liebe oder einfach nur für eine gute Nachbarschaft. Auch die üblichen Themen menschlicher Gespräche wie das Wetter oder die Gesundheit kommen vor.

Schön ist eine Szene mit Performance-Elementen, in der die Darsteller mit (Holz-)Handy am Ohr mit irgendwem weit weg schwadronieren, aber ihre unmittelbar anwesenden Mitmenschen nicht wahrnehmen. Ein Problem unserer Zeit – sicherlich nicht nur in der Nordstadt.

Über allem steht die Fähigkeit der Menschen – und manchmal natürlich auch die Unfähigkeit –, miteinander ins Gespräch zu kommen. Letzteres dokumentieren die Akteure einige Male durch Schweigesequenzen, die zwar ausdrucksstark sind, dem Stück aber auch etwas die Rasanz nehmen.

Im Theater im Depot geht's am 2. September weiter mit der Artscenico-Premiere "Dark Side".

Andreas Schröter

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